Ernährung in der Schwangerschaft bedeutet weniger, „für zwei zu essen“, als vielmehr abwechslungsreich zu essen. In den ersten Monaten steigt der Energiebedarf kaum, im zweiten und dritten Trimenon nur moderat. Es lohnt sich daher, mehr auf die Zusammensetzung der Mahlzeiten als auf die Menge zu achten.
Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte sowie gut durchgegartes Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier bilden die Grundlage einer ausgewogenen Schwangerschaftsernährung. Wer rohes oder nicht durchgegartes Fleisch und Eier, Rohmilchprodukte und schlecht gewaschenes Gemüse meidet, schützt sich vor Infektionen, die in der Schwangerschaft riskant sein können. Koffein sollte begrenzt, auf Alkohol und Rauchen vollständig verzichtet werden.
Die Gewichtszunahme wird je nach Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft mit unterschiedlichen Zielwerten beurteilt; deshalb werden Gewicht und Blutdruck bei jedem Termin gemessen. Ob Nahrungsergänzungen wie Eisen, Folsäure oder Vitamin D nötig sind und in welcher Dosis, wird ärztlich anhand Ihrer Laborwerte entschieden.
Sofern nichts dagegen spricht, eignen sich moderate Aktivitäten wie Spazierengehen, Schwimmen und schwangerschaftsgerechte Dehnübungen für die meisten werdenden Mütter. Etwa eine halbe Stunde Bewegung an den meisten Tagen der Woche ist ein sinnvolles Ziel. Sportarten mit Sturzgefahr sowie, besonders in späteren Wochen, längere Übungen in flacher Rückenlage sollten gemieden werden.
Jede Schwangerschaft ist anders; besprechen Sie den für Sie passenden Ernährungs- und Bewegungsplan bei Ihren Vorsorgeterminen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Treten beim Sport Blutungen, Flüssigkeitsabgang, Brustschmerzen oder Schwindel auf, brechen Sie ab und suchen Sie ärztliche Hilfe; im Notfall wählen Sie die 112.
Medizinische Inhalte von der Ärztin bzw. dem Arzt erstellt · Dr. med. Elif Sarıkaya
